Ferienlager 2000 - Bronderslev
Das erste Ferienlager ohne das "Mädchen für alles" - Kann das gut gehen?
Diese Frage beschäftigte vor allem Karsten Haug, der für das diesjährige Lager im dänischen Bronderslev die Organisation an Stelle des erfahrenen Ferienlagergurus Norbert Schwarzkopf übernahm. Dem Religionspädagogen war die Nervosität Wochen, gar Monate zuvor anzusehen.
Der Höhepunkt des nervenraubenden Organisationskrams war die Abfahrt selbst am Sonntag, 30.08.2000.
Die Kapazität des Busses, inklusive Anhänger, war wieder einmal zu gering für das Gepäck und die mitzunehmenden Lebensmittel. Dank der "kooperativen" Busfahrer verzögerte sich die Abfahrt nur um eine Stunde. Ihre Freundlichkeit und Zugänglichkeit kam der von Verkäuferinnen nahe, die einem 5 Minuten vor Ladenschluß die Tür vor der Nase zu machen. So stellte sich auch dieses Jahr wieder einmal die Frage, warum man keinen Großraumanhänger bekommt, wenn man einen bestellt.
Also ging es erst um 23 Uhr los ins Lager 2000.
Nach elf Stunden erreichten wir unseren Bauernhof, der für zwölf Tage unser Domizil sein sollte. Mit dem Begriff "Bauernhof" durfte man in diesem Fall keine stinkende, mit Gülle umgebende Behausung verbinden. Ganz im Gegenteil: Die Häuser ließen keine Wünsche offen. So war überall Teppich verlegt, ständig gefüllte Seifenspender vorhanden, Fußbodenheizung in den Duschen der GruppenleiterInnen, usw.
Ebenso nicht selbstverständlich war der hauseigene Swimmingpool.
Als die Kinder fertig waren mit dem Beziehen ihrer Zimmer, entdeckten sie eine weitere Besonderheit des diesjährigen Lagers, die Tiere des Hofes. So sorgten Meerschweinchen und Hasen dafür, daß die Kinder während der Mittagspause keine Langeweile hatten, und die LeiterInnen fragten sich langsam, wozu sie eigentlich ein Programm für das Lager vorbereitet hatten, denn jede zweite Frage der Kinder lautete: "Können wir heute zu den Tieren?".
Aber natürlich lassen die LeiterInnen sich die traditionellen Höhepunkte wie Lagerrallye und Mini- und Maxiplaybackshow von irgendwelchen dänischen Kleintieren nicht nehmen. Denn gerade die Lagerrallye zeigt jedes Jahr auf neue, dass KJG nicht nur Spaß bedeutet, sondern man auch manchmal an die Grenzen der Leistungsfähigkeit gehen muß.
Als Motivationsschub gab es, wie jedes Jahr, Schokoriegel für die Siegermannschaft. Auch die Playbackshows lassen jahrein jahraus immer wieder neue Stars aufblühen. In diesem Sommer zeigte der neue Vikar Jörg Haselhorst, der uns für fünf Tage besuchen kam, seine musikalischen Fähigkeiten bei der Maxiplaybackshow. Mit diesem Einsatz ließ er erkennen, daß er sich für nichts zu schade ist und sich nicht als jemand Besonderes gesehen hat, sondern auch wie die anderen LeiterInnen als
Teilnehmer des Lagers.
So etwas ist nicht immer selbstverständlich! Aber natürlich kam der Vikar auch seinen beruflichen Pflichten nach und bot am Samstagabend einen Gottesdienst an. Ebenso wirkte er am darauf folgenden Tag beim alljährlichen Kinderbibeltag mit.
Dieser stand diesesmal unter dem Thema "Wünsche". Sicherlich kann man nicht behaupten, daß alle Kinder nach diesem Tag wunschlos glücklich waren; aber mit großer Sicherheit kann man festhalten, daß
dieser Tag der Gruppe viel Freude und gemeinschaftliches Tun geboten hat.
Für das leibliche Wohl sorgten dieses Mal Ulla Forkarth, Petra Grimm und Gerda Seefeldt. Verblüffend war, daß nicht nur die Kinder das Können dieses magischen Trios erkannten, sondern auch die Hausbesitzer.
Was hat man davon, wenn man in Dänemark gut kochen und die Küche sauber halten kann? Die Dänen wollen einen gleich als Hausfrau einstellen!
Trotz des verlockenden Angebots machten sie sich aber am Samstagmorgen am 12.08.2000 mit auf den Heimweg nach Bodelschwingh.
Als Erinnerungen bleiben für alle der viele Spaß und die abenteuerlichen Spiele, die aber jeden Teilnehmer auch sehr, sehr viel Kraft gekostet haben.
Auch Karsten Haug schlug sich in der Rolle als "Mädchen für alles", mit Hilfe der LeiterInnen, ganz tapfer.
Schließlich darf ich noch den Eltern danken, die vor der Abfahrt mit ihren großzügigen Spenden im Voraus schon ein Stückchen zum Gelingen des Lagers beigetragen haben. Nochmals herzlichen Dank!
Und auch Dir, lieber Norbert, danke ich im Namen der KJG-Leiterrunde für Dein jahrelanges und umfangreiches Engagement in der Jugendarbeit in unserer Gemeinde.
Nun müssen wir uns ein Jahr lang gedulden, bis es wieder heißt: Auf ins Vergnügen!
Jan Seefeldt





