Ablauf eines Ferienlagers

Jedes Jahr, in den Sommerferien, steuert eine Gruppe von 80 bis 100 Leuten (ca. 50 bis 60 Kindern, 20 bis 25 Leiter und 3 Kochfrauen) ein Reiseziel innerhalb Europas an, um dort gemeinsam 14 Tage zu verbringen.

Diese zwei Wochen stehen immer unter einem speziellen Motto, zu dem verschiedene Spiele und Aktionen veranstaltet werden.
Es gibt morgens, mittags und abends Programm, so dass keine Langeweile aufkommt und vom Fußballturnier bis zur Nachtwanderung ist alles dabei.
Die Kinder werden in fünf bis sechs Gruppen eingeteilt, in denen sie während der 14 Tage, bei den verschiedenen Turnieren und Spielen antreten. Diese Gruppen, die so genannten “Stämme” bekommen eine Rolle innerhalb des Themas zugewiesen, so traten z.B. 1997 die Römer gegen die Gallier (Thema Asterix und Obelix).
Die Kinder basteln zuerst in ihren Stämmen Verkleidungen, Wahrzeichen und Flaggen, die sie dann zu den einzelnen Spielen mitbringen (z.B. wurde 2001 zum Thema Europa der Eifelturm, oder der schiefe Turm von Pisa nachgebaut und jeder Stamm malte eine entsprechende Landesflagge).

Von den Gruppenleitern werden während der Ferienfreizeit Arbeitsgemeinschaften (AGs) angeboten. Hier trifft man sich vier- bis sechsmal und dann wird gebastelt, gemalt, getanzt, fotografiert oder gefilmt. Die Kinder können sich ein Angebot aussuchen und z.B. an der Tanz-AG, der Holzbastel-AG, der Schmuck-Bastel-AG, der Erste-Hilfe-AG, der Foto / Video-AG oder der Zeitungs-AG teilnehmen. Am letzen Tag werden die Ergebnisse der einzelnen Arbeitsgruppen vorgestellt.
Sehr beliebt sind die Discos und Spielshows im Abendprogramm. Highlights wie z.B. “Wetten, dass …” oder “Herzblatt” geben sich die Klinke in die Hand. An manchen Abenden ist Disco und es wird einfach nur getanzt. Diese Shows werden von den Kindern vorbereitet, die dann als Moderator, Wettkandidat oder prominenter Gast auftreten.
Die Hälfte der Tage wird von den Kindern mitbestimmt und sie haben Einfluss auf das Programm der Freizeit. Die restliche Zeit wird von den Leitern vorbereitet. An diesen Tagen gibt es Programmpunkte, die zu dem Thema der Freizeit passen und mehr Vorbereitung benötigen. Beispielsweise gab es 2001 einen Alpen Tag, an dem morgens die Vier-Schanzen Tournee, auf einer Schmierseifenrutschbahn, ausgetragen wurde und abends Karl Moik im Musikantenstadel auftrat.
Besonders beliebt ist die alljährliche Lager-Rallye, bei der Kinder und Leiter einen Tag lang zu Fuß unterwegs sind und dabei Aufgaben lösen müssen.

Sonntags findet der Kinderbibeltag statt, an dem sich die Kinder spielerisch mit der Bibel auseinander setzen und eine andere Form der Kirche erleben. So wurde z.B. der Turmbau zu Babel (1997) oder der Auszug aus Ägypten (2001) inszeniert und anschließend in Kleingruppen aufgearbeitet. Die Kinder setzen sich mit dem Thema auseinander (z.B. durch Basteln eines Brettspiels, Verfassen von Texten oder Dichten neuer Liedern) und tragen ihre Ergebnisse im anschließenden Wortgottesdienst vor. Viele Kinder stellten 1997, nach dem ersten Kinderbibeltag erstaunt fest, dass “den ganzen Tag Kirche war” und sie es nicht bemerkt haben.

Das Ferienlager für Kinder und Leiter der Höhepunkt eines KJG-Jahres. Am Ende jeder Freizeit freuen sich die Teilnehmer schon auf die Fahrt im nächsten Sommer. Zwei Wochen Gemeinschaft, mit Spielen, Spaß und Aktionen bleiben sowohl Kinder als auch Leitern viele Jahre in Erinnerung.
Meine erste Fahrt mit der KJG war 1989 und seit 1996 fahre ich als Gruppenleiter mit.

Michael Küest